Personalmangel: Pflegenotstand in Niedersachsen

Adolf Bauer, Präsident des Sozialverbands Deutschland. Foto: SoVD

Quelle: CAREkonkret

Der Pflegenotstand in Niedersachsen spitzt sich zu. Pflegeverbände warnen vor dramatischem Personalmangel. Nach Schätzungen des Sozialministeriums braucht das Land bis 2020 rund 25.000 zusätzliche Fachkräfte.

„Die Situation in Niedersachsen ist sehr ernst“», mahnte Henning Steinhoff, Leiter der Landesgeschäftsstelle des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste. Vor allem aufgrund der niedrigen Pflegesätze sei die Situation im Land besonders schwierig. «Im Westen sind wir das Schlusslicht», sagte Steinhoff. „Wir brauchen mehr Azubis und eine bessere Finanzierung der Pflege“, forderte auch der Landeschef des Sozialverbands Deutschland (SoVD), Adolf Bauer.

In den letzten Jahren wurden vor allem im ländlichen Raum zu wenig Leute ausgebildet, so Bauer weiter. Dabei steigt die Zahl der Azubis in der Altenpflege allmählich an. 2011 waren laut Sozialministerium rund 6200 Schüler in der Ausbildung, im Schuljahr 2012/2013 bereits 6582.

Das Pflege-Problem werde in Niedersachsen aber verschärft, weil die von Kassen, Kommunen und Trägern festgelegten Pflegesätze hier so niedrig sind wie in keinem anderen westdeutschen Flächenland. „Hier liegen die Entgelte durchschnittlich 20 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt. Dies wirkt sich natürlich negativ bei den Gehältern und auch bei den Personalschlüsseln in den Einrichtungen aus“, teilte ein Sprecher des Sozialministeriums mit.

Der Nachwuchsmangel liegt nach Ansicht der Experten nicht nur an der schlechten Bezahlung, sondern auch am schlechten Image des Berufs. Wegen der Arbeitsbelastung scheiden immer mehr Fachkräfte verfrüht aus der Altenpflege aus. Steinhoff forderte deshalb unter anderem, die Pflege zu entbürokratisieren. „Rund 30 bis 40 Prozent unserer Zeit brauchen wir fürs Schreiben, nicht um Leuten zu helfen.“

(dpa)

Zum Artikel: http://www.carekonkret.net/Pflegenews/Pflegenotstand-in-Niedersachsen

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